blog 6. November 2019

Wenn Banken für implantierte Chips werben

Wenn Banken für implantierte Chips werben

Implantierte Chips unter der Haut, die die Aufgabe eines Haustürschlüssels übernehmen – das klingt immer noch nach Science-Fiction und nach einer Welt, die erst in ferner Zukunft stattfindet. Wenn es nach der Sparda-Bank in Berlin geht, sind implantierte Chips durchaus schon Realität. Die Bank wirbt mit dem Schlüssel unter der Haut, und zwar im Rahmen einer Baufinanzierung. Das heißt, wer mit der Sparda-Bank in Berlin ein Haus oder eine Eigentumswohnung finanziert, bekommt auf Wunsch den Hausschlüssel quasi unter die Haut gepflanzt.

Anders sein als die anderen

Wenn Banken für implantierte Chips werben
depositphotos.com / 265013432@adamico

Kritische Stimmen warnen schon länger davor, dass das Einpflanzen eines RFID-Chips unter die Haut ein Risiko bedeuten kann, was sich heute noch nicht richtig abschätzen lässt. Nun macht die eigentlich als konservativ bekannte Sparda-Bank einen Schritt in Richtung digitale Zukunft, und zwar unter dem Motto: „#seianders“. Die Bank betont, dass es sich dabei nicht um einen klassischen RFID-Chip, sondern um ein passives, sogenanntes „near field communication Implantat“ handelt, kurz NFC genannt, was nicht sendet. Das Ganze, so suggeriert es die Bank, ist mehr eine Art harmlose, aber innovative Spielerei. Die auf Wunsch implantierten Chips sollen den Verlust oder der nervigen Sucherei nach dem Schlüssel ein Ende machen. Eine böse Absicht, so die Sparda-Bank Berlin, steckt natürlich nicht hinter der ganzen Aktion.

Wer will, der kann

Alle, die zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember 2019 bei der Sparda-Bank in Berlin einen Baufinanzierungsantrag abschließen, können sich einen kostenlosen NFC-Chip unter die Haut spritzen lassen. Das Wörtchen Chip vermeidet die Bank aber aus naheliegenden Gründen. Implantat klingt ein wenig seriöser und nicht so sehr nach Cyborg. Die implantierten Chips sind passiv, das heißt, sie können nicht senden. Sie sind nur aktiv, wenn auch das passende Lesegerät in der Nähe ist. Das klingt alles sehr harmlos, allerdings nur solange kein Blick auf die langfristige Entwicklung geworfen wird. Würde die Sparda-Bank in der Hauptstadt damit werben, dass sie auf Wunsch implantierte Chips verwendet, die Internetkriminelle jederzeit hacken können, dann wäre das ein fatales Signal. Ein unscheinbarer NFC-Chip, der harmlos ist, aber seinen Zweck erfüllt, ist da die bessere Marketing-Idee.

Viele Vorteile

Sicher haben implantierte Chips, die die Funktion eines Schlüssels übernehmen, ihre Vorteile. Die Haustür oder die Wohnungstür lassen sich mit nur einer Handbewegung öffnen. Ein NFC-Implantat arbeitet unabhängig vom Smartphone und es ist zudem nicht nötig, es aufzuladen. Solch ein Chip unter der Haut ist sicherer als ein Scanner für Fingerabdrücke, außerdem geht der Chip nicht mehr verloren. Wer schon einmal einen Wohnungs- oder Haustürschlüssel verloren hat, weiß auch, wie unangenehm das sein kann. Implantierte Chips bedeuten ein Stückchen Freiheit, aber sie sind auch eine Gefahr, wenn sie in falsche Hände kommen.

Fazit

Nicht jeder kann sich mit dem Gedanken an den Wohnungsschlüssel unter der Haut anfreunden und findet die Werbung der Sparda-Bank Berlin vielleicht befremdlich. Dessen ungeachtet lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken, was die Zukunft in dieser Richtung noch alles bereithält. Sicher wird es auch in 30 Jahren immer noch Wohnungsschlüssel geben. Wer hingegen von den vielen Möglichkeiten überzeugt ist, die implantierte Chips bieten, entscheidet sich für ein Implantat.

Redaktion

Hier schreibt die Redaktion von www.rfid-grundlagen.de
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