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Die RFID-Technologie ist auf dem Vormarsch. Egal, ob in logistischen Anwendungen, als Zutritts- und Mitarbeiterausweis in zahlreichen Betrieben, als kontaktlose Tickets bei Veranstaltungen oder für den öffentlichen Nahverkehr, als elektronischer und quasi unsichtbarer Diebstahlschutz oder im elektronischen Reisepass: Die Einsatzmöglichkeiten der batterielosen, elektronischen Datenträger, die kontakt- und sichtlos ausgelesen werden können, scheint nahezu grenzenlos. Auf www.rfid-grundlagen.de wird ein praxisorientierter Einblick in diese faszinierende und hochkomplexe Technologie gegeben und bietet zudem einen idealen Einstieg in das Thema.


RFID

Die vier Buchstaben RFID stehen für "Radio Frequency Identificaion", was auf Deutsch so viel wie "Funkerkennung" bedeutet. Es handelt sich dabei um ein noch relatives neues technisches System, mithilfe dessen Daten gelesen und gespeichert werden können. Diese müssen dabei weder gesehen, noch berührt werden, da die Übermittlung ausschließlich via Funkerkennung erfolgt. Ein RFID-System besteht normalerweise aus zwei Komponenten: einem Transponder (auch RFID-Tag oder RFID-Etikett genannt) und einem RFID-Lesegerät (auch RFID-Reader genannt).

Wer RFID erfunden hat und was neu daran ist

Erstmalig wurde das System Ende des Zweiten Weltkrieges als eine Art Sekundärradar zur Feinerkennung eingesetzt. Als die Person, welche die Grundlagen zu der Technik gelegt hat, gilt der schwedische Erfinder und Radioingenieur Harry Stockmann. Ende der 1960er-Jahre wurde aus den bereits bestehenden Modellen die SICARID entwickelt, mit der unter anderem Eisenbahnwagen identifiziert werden konnten. Rund zehn Jahre später kamen die ersten echten Vorläufer von RFID auf den Markt, und zwar elektronische Warendiebstahlsicherungen. Weitere zehn Jahre später hat man die Technik beispielsweise bei der Tierkennzeichnung, etwa zum orten von Brieftauben, verwendet. Ende des 20. Jahrhunderts folgten neue Systeme, unter anderem für die bargeldlose Bezahlung, Schlösser, Tankkarten, Zutrittskontrollen, dem öffentlichen Nahverkehr und vieles mehr. Seitdem findet man für RFID mehr und mehr Anwendungsgebiete, die Technik wird immer häufiger eingesetzt, bei Gegenständen und Tieren, ja sogar bei Menschen.

Was RFID genau ist und wie es funktioniert

Bei der Verwendung im bargeldlosen Zahlungsverkehr fühlt man sich unwillkürlich ein wenig an den Barcode im Warenhandel erinnert. Dabei muss allerdings ein Lesegerät in die Nähe des Streifens gehalten werden, damit dieses die vorhandenen, permanent aktiven Daten, scannen und übermitteln kann. Bei der RFID-Technik setzt man ebenfalls ein Lesegerät ein, das ein Signal an den Transponder eines Mikrochips senden und dazu veranlasst, die gewünschten Informationen zu übermitteln - und das funktioniert auch über große Distanzen. Vom Lesegerät wird dabei ein elektromagnetisches Feld erzeugt, welches die Antenne des Transponders empfängt und weiterleitet. In dem Magnetfeld befindet sich demzufolge der jeweilige Befehl, etwa eine Abfrage zur Seriennummer. Kurz darauf treffen in diesem Feld auch die Antworten beziehungsweise Daten ein, werden vom Lesegerät erfasst und danach vom abfragenden Menschen verwertet. Mehr Informationen zur Funktionsweise

Einsatzmöglichkeiten und Kosten von RFID

Am meisten profitieren würde von der neuen Technologie die Logistik im Handel und in der Industrie, darüber hinaus erhoffen sich Behörden und Institutionen eine effizientere Überwachung von Waren und Personen. Im Detail werden die Mikrochips von RFID unter anderem verwendet bei der Fahrzeugidentifikation, zum Erkennen von gefälschten Banknoten und Medikamenten, für Kreditkarten mit Funkbezahlsystem, zur Identifizierung von Tieren und Personen (2004 hat die US-amerikanische Gesundheitsbehörde den Einsatz am Menschen erlaubt, wobei der Chip unter der Haut eingepflanzt wird), als Diebstahlsicherung, im Fahrzeugschlüssel als elektronische Wegfahrsperre, zur Positionsbestimmung, in der Müllentsorgung zur Bestimmung und Personenzuordnung der Abfallmenge sowie zur Zutrittskontrolle von Räumlichkeiten. Die Kosten der RFID-Technologie sind überschaubar und werden es vermutlich auch bleiben, ein Chip kostet derzeit um die 30 Euro. Am teuersten ist die Installation des Systems. Doch langfristig wird man vermutlich viel Geld in die Behebung von Fehlerquellen und in die Fälschungssicherheit (derzeit besteht noch eine hohe Sicherheit aufgrund von Verschlüsselungen und Kopierschutz) investieren.

Die Vorteile von RFID

Der größte Pluspunkt von RFID ist der Tatsache zu verdanken, dass es nicht mehr notwendig ist, einen direkten Kontakt zwischen dem Sender und dem Empfänger herzustellen. Logistische Betriebe versprechen sich von der flächendeckenden Einführung des RFID-Systems neben der Vereinfachung zahlreicher Arbeitsabläufe eine erhebliche Einsparung der Kosten. Basierend darauf würde sich die Wirtschaftlichkeit und Effizienz von Unternehmen um ein Vielfaches steigern. Weitere Vorteile von RFID sind, dass der Funk viele Sorten von Materialien problemlos durchdringen kann, eine Identifizierung der Ware, des Tiers oder der Person innerhalb von wenigen Sekunden möglich ist (20 Mal schneller als mittels Barcode), der Mikrochip resistent gegenüber Umwelteinflüssen ist, sich Größe und Form der Transponder an die Gegebenheiten anpassen lassen und diese Teile komplett in das Produkt integriert werden können und dass man die Daten und Informationen selbst bei grober Verschmutzung noch auslesen kann.

Überblick

Berührungsloses Erfassen von Daten ohne direkten Sichtkontakt

Die Kommunikation zwischen Transponder und Lesegerät erfolgt draht- und berührungslos per Funkübertragung. Ein direkter Sichtkontakt wie etwa beim Barcode ist nicht erforderlich. Abhängig von der Art des Transponders, können Lesereichweiten von wenigen Zentimetern bis zu etwa 100 Metern erzielt werden.

Elektronisches Programmieren und Speichern von Daten

Über den Barcode können Daten lediglich ausgelesen werden. Bei RFID gilt dies nur für so genannte „Read-only“-Transponder. Daneben gibt es Transponder, die einfach oder mehrfach beschrieben werden können. Mehrfach beschreibbare Transponder sind teurer als einfach beschreibbare Tags, bieten aber mehr Einsatzmöglichkeiten. Darüber hinaus ermöglichen manche Tags die Speicherung von größeren Datenmengen.

Robustheit der Transponder

RFID-Transponder sind im Vergleich zum Barcode nicht anfällig gegenüber äußeren Einflüssen wie Verschmutzung oder Nässe. Hingegen ist eine mögliche Abschirmung durch Metalle oder Flüssigkeiten zu berücksichtigen. Die Transponder eignen sich deshalb auch für den Einsatz in widrigen Umgebungen. RFID kann so beispielsweise für die Identifikation von Fahrzeugkarosserien in der Lackierung eingesetzt werden.

Pulkerfassung

Mit RFID ist es möglich, Daten einer großen Anzahl von Transpondern, z.B. von Produkten, die sich gemeinsam auf einer Palette befinden, gesammelt in einem Pulk zeitgleich zu erfassen. Das händische Einscannen wie beim Barcode entfällt.

Befürworter der innovativen Technologie RFID sagen ihr eine glänzende Zukunft voraus, sobald alle Voraussetzungen für eine überregionale Verwendung geschaffen sind und es ausreichend Nutzer gibt.


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